; Annelie Pohlen ; Heiner Schepers ; Richard W Gassen
Rune Mields
Sancta Ratio

39,95 €*

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Erscheinungsdatum: 01/01/2005
Zustand: Neu
Anzahl Seiten: 160
Produktsprache: Deutsch
Anzahl Abbildungen: 91 S/W und 2 Farbabbildungen
Verlag: BUXUS
Gewicht: 1.2 kg
Breite: 225 mm
Länge: 260 mm
ISBN: 9783980921732
Beschreibung
Produktinformationen "Rune Mields"
Sancta ratio – es gibt wohl keine Malerin, deren Bilder, bei aller malerischen Delikatesse, mehr verstandgesteuert sind als ihre! 1969 hat Rune Mields die unverwechselbaren Röhrenbilder gemalt, schwarz/weiße Meditationen über Perspektive und Raum, die den Anfang ihrer künstlerischen Arbeit bilden. Seither ist eine große Vielzahl von Werken entstanden, die meist eingefügt sind in oft umfangreiche Serien. In der Lingener Ausstellung waren 60 vorwiegend großformatige Bilder aus 39 Arbeiten und Werkgruppen versammelt, die einen umfassenden Eindruck vom vielschichtigen Werk einer Künstlerin vermitteln, die sich keiner Gruppe angeschlossen hat, und die sich auch keiner Kunstrichtung zuordnen lässt. Rune Mields ist als Malerin eine Einzelgängerin, als Künstlerin ist sie mit vielen Kollegen befreundet. Einer ihrer engen Freunde war Harry Kramer, der in Lingen geborene Künstler, der es vom Frisör zum deutschen Professor für Bildhauerei gebracht hat und der 1964 mit seinen automobilen Drahtskulpturen zu Dokumenta-Ehren gelangt ist. Für sein künstlerisches Spätwerk, die Künstler-Nekropole in Kassel, in der er anonym beigesetzt ist, hat sie das erste Grabmonument gestaltet: "La vita corre come rivo fluente – Das Leben verläuft wie ein fließender Strom" (Seneca).

Ihre wichtigsten Gesprächspartner für ihre Arbeit sind aber wohl Mathematiker und Wissenschaftler aus anderen Disziplinen. Sie liefern ihr die Informationen für die komplexen Inhalte der in der Regel nach wie vor meist schwarz-weißen Bilder, in denen Zahlen und Schrift, aber auch Symbole aus aller Welt und allen Zeiten eine bildgestaltende Rolle übernehmen. Sie ist eine Sammlerin von Zeichen und Ziffern. So hat sie zum Beispiel für die Arbeit "Magische Quadrate der Ordnung 3", das sogenannte "Saturn Quadrat" mit 9 Zahlen (bekannter ist das Magische Quadrat in Dürers Bild "Melancholia" mit 16 Zahlen) 96 verschiedene Zahlensysteme – und damit vermutlich alle auf der Welt bekannten – zusammengetragen.

Primzahlen sind eine besondere Leidenschaft von Rune Mields, für viele, vor allem die größten bisher bekannten dieser nur durch sich selbst und durch 1 teilbaren Zahlen hat sie Lösungen zu ihrer bildnerische Darstellung gefunden.

Ausstellung in der Kunsthalle Lingen 03.04. - 29.05.2005

Vorwort:

2005 blickt Rune Mields auf 70 Lebensjahre zurück – aus diesem Zeitraum lassen wir gut 35 Jahre mit rund 100 Arbeiten Revue passieren. Es sind Werke einer Künstlerin, die in der deutschen Kunstszene seit eben dieser Zeit eine unverwechselbare Position bezogen hat und die sie bis heute behauptet. Zahlen, die größten und die kleinsten, tauchen in ihrem Werk auf, ebenso wie Formeln, Schriftzeichen und Symbole, aber auch Texte (meist Textfragmente) und Noten. Und dann und wann auch menschliche Figuren. Lediglich Farben sind selten – meist malt sie mit schwarzer Aquatec-Farbe und Grauabstufungen auf weißer Leinwand. Und immer in Serien.

Im 1988 im Bonner Kunstverein erschienenen Katalog, ist Rune Mields mit einem Satz zitiert, der aus dem Jahre 1972 stammt und ihre wohl bis heute gültige Haltung verdeutlicht: „Arbeit, die sich mit dem Medium Kunst abgibt und den Gesten der Individualität begnügt, ist nicht mehr relevant. Es erscheint mir absurd, eine Sache zu tun, einer Vorstellung nachzugehen, ohne dabei den Versuch zu unternehmen, Klarheit zu gewinnen über ihre immanenten Strukturen und etwas über bestehende Zusammenhänge und Beziehungen zu erfahren.“

SANCTA RATIO – heilige Vernunft! So ist diese retrospektiv angelegte Ausstellung betitelt, die der Kunstverein Lingen in der Kunsthalle in Lingen und das Wilhelm-Hack-Museum in Ludwigshafen gemeinsam zeigen. Schon 1985 war Rune Mields an der Ausstellung „Apokalypse“ im Wilhelm-Hack-Museum beteiligt, ebenso wie sie 2002 an der Ausstellung „Die Qual der Zahl“ in der Lingner Kunsthalle teilnahm. Beide Häuser sind ihr also nicht fremd.

Rune Mields geht in Ihren Werken den Dingen auf den Grund. So hat sie zum Beispiel für die Arbeit „Magische Quadrate der Ordnung 3“, das sogenannte „Saturn Quadrat“ mit 9 Zahlen – bekannter ist das Magische Quadrat in Dürers Bild „Melancholia“ mit 16 Zahlen, 96 verschiedene Zahlensysteme – und damit vermutlich alle auf der Welt bekannten – zusammengetragen. Das geht natürlich nicht ohne umfangreiche Unterstützung. Sie pflegt deshalb einen intensiven Austausch mit Wissenschaftlern verschiedener Disziplinen, der in beide Richtungen funktioniert. Darum sei hier ein weiteres Zitat eingefügt, das dem Katalog 'Rune Mields – Ursprung und Ordnung' und dort dem Beitrag von Dietmar Guderian 'Mathematik (fast) nach allen Regeln der Kunst' entnommen ist: 'Von der Warte eines Mathematikers, der ihre Kunstwerke nicht nur wegen ihres Inhaltes, sondern vor allem wegen ihrer ästhetischen Erscheinung bewundert, bleibt nur zu sagen: »Wenn Rune Mields alle von ihrem künstlerisch hochrangigen Werk tangierten Disziplinen so umfassend und sinnvoll zu integrieren vermag, wie es ihr am Beispiel der Mathematik gelingt, nähert sie sich den Künstler-Ingenieuren der Renaissance.«'

Wir danken allen, die zum Zustandekommen dieser beiden Ausstellungen und des begleitenden Kataloges beigetragen haben. So danken wir Annelie Pohlen für ihren profunden Text und insbesondere Rune Mields, ohne deren weitsichtige und kenntnisreiche Unterstützung Katalog und Ausstellungen nicht zu realisieren gewesen wären.

Heiner Schepers
Kunstverein Lingen Kunsthalle

Richard W. Gassen
Wilhelm-Hack-Museum, Ludwigshafen
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